Zusammenhang zwischen Antisemitismus und Israelkritik

Auf dem Friedensratschlag in Kassel 6./7. Dezember 2014 stellt Prof. Rolf Verleger die neue Studie zu Antisemitismus und Israelkritik von Prof. Wilhelm Kempf vor, die er beratend betreuen durfte:  >>> 

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Ein Leserbrief von Prof. Rolf Verleger in der SZ zum Thema Antisemitismus in der Linken?“ und Vorstellung der Ergebnisse eines Projekt zur Erforschung des Zusam­menhangs zwischen „Israel­kritik“ und „Anti­semitis­mus“ in Deutschland

Leserbrief von Prof. Rolf Verleger

Ein Leserbrief von Prof. Rolf Verleger  in der Süddeutschen zum Thema „Antisemitismus in der Linken?“ (Süddeutsche Zeitung 22.11., Leserbrief-Forum). Anmerkungen zu dieser Version des Leserbriefs:
In einer pdf-Datei macht Prof. Verleger die Änderungen der Süddeutschen Zeitung an seinem Leserbrief Deutlich. Er schreibt: „Das ist ganz lehrreich dafür, was so passieren kann.“

A) Die Überschrift: Die heißt jetzt „Vertreter der Mehrheit“ (von der SZ-Redaktion formuliert, durchaus korrekt) statt meinem Titel „Mehr Vorbehalte gegen Juden bei Israel- als Palästinafreunden“. Mein Titel war einfach zu lang: Er passt nicht in eine Spalte der gedruckten Zeitung. Ärgerlich ist, dass ich mir das hätte vorher denken können. Da ich auf diesen Titel vertraut hatte und der Titel nun aber weg ist, hätte ich diesen für die Medien paradoxen Befund im Text mehr hervorheben müssen.

B) Der Korrektor hat dogmatisch alle „%“ in „Prozent“ ausgeschrieben; da blieb ihm/ihr dann gar nichts anderes übrig als den einen Satz, in dem „%“ sechsmal vorkam, wegzukürzen, wegen Überlänge. Das ist Pech: meines Erachtens die falsche Entscheidung, denn das sind interessante Zahlen.

C) Am Anfang und Ende des Briefs wurden die Bemerkungen weggekürzt, dass sich die schräge Ansicht des Artikels von „Antisemitismus“ im Einklang mit vielen Politikern und Medien befindet. Wahrscheinlich kommt diese Kürzung wegen einer (durchaus vernünftigen) Richtlinie der Redaktion zustande, dass Leserbriefe auf das Wesentliche zu beschränken seien und Rundumschläge weggekürzt werden sollten. Hier ist der Einklang unter Politikern und Medien aber ein Teil des Problems, daher hätte man das hier auch anders behandeln können, finde ich. >>>

Hier der Artikel in der Süddeutschen

Beziehung zwischen Linken und Juden – Geschichte von Nähe und Hass – Das Verhältnis von Linken und Juden ist schwierig – spätestens seit Israel eine Besatzungsmacht ist. Doch die israelische Politik lässt sich auch kritisieren, ohne antisemitische Stereotype zu bemühen. –  Matthias Drobinski >>>

Zur Studie zum Zusammenhang zwischen Antisemitismus und Israelkritik

Prof. Verleger zu der Befragung von Prof. Kempf – Antisemit? Oder vorurteilslos und interessiert? – Prof. Rolf Verleger – Die Konstanz-Jenaer Studie zu Einstellungen zum Nahostkonflikt Wilhelm Kempf war bis zu seiner Emeritierung 2012 Professor für Psychologie an der Universität Konstanz und dort Leiter der Projektgruppe Friedensforschung. 2008 bewilligte ihm die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Gelder für ein Projekt zur Erforschung des Zusammenhangs zwischen „Israelkritik“ und „Antisemitismus“: dem Verhältnis zwischen kritischer Einstellung zu Israels Politik und Abneigung gegen Juden. Vor rund zwei Jahren hatte ich über erste Ergebnisse des Projekts berichtet; nun sind die erhobenen Daten umfassend aufgearbeitet und liefern neue Erkenntnisse. >>>