Leserbrief zu einseitiger Berichterstattung im Deutschlandradio

5. 11. 2014 – Sehr geehrte Redaktion, vor wenigen Minuten habe ich in Ihren Nachrichten von den beiden Attentaten in Jerusalem gehört, bei denen Palästinenser mit ihren Autos Menschen angefahren haben. Sie wurden sofort von der Polizei erschossen, ein Behördenvertreter plädierte sofort für die Zerstörung der Häuser der beiden Attentäter.

Nicht gehört habe ich im DR, dass in den letzten Wochen in Ost-Jerusalem und im Westjordanland Palästinenser von jüdischen Siedlern angefahren worden sind: ein paar Beispiele:
am 19.10. wurde in Sinjil/Westjordanland die 5-jährige Einas Khalil von einem Siedler angefahren und lebensgefährlich verletzt;
am 31.10. wurde in Sheikh Jarrah/Ost-Jerusalem der Teenager Ahmed Darweesh auf seinem Motorfahrrad von einem Siedler angefahren und leicht verletzt;
am gleichen Tag wurde in Al-Issawiyya/Ost-Jerusalem, der Teenager Ali Abu Shawish von einem Siedler angefahren; er erlitt mehrere Knochenbrüche, auch einen Beinbruch;
am 4.11. wurde in Beit Jala bei Bethlehem Ibrahim Hamdan von einem Siedler angefahren und leicht verletzt;
etwa eine Woche zuvor wurden in einem Außenbezirk von Ramallah zwei Kindergartenkinder von einem Siedler angefahren: eines der beiden Kinder starb.

Die Siedler begingen Fahrerflucht. Nach ihnen wurde nicht gefahndet. Siedler sind an der Farbe ihres Autokennzeichens leicht erkennbar. Sheikh Jarrah und Al-Issawiyya sind zwei palästinensische Ortsteile von Ost-Jerusalem, in dem immer mehr palästinensische Häuser zerstört oder an jüdische Siedler übergehen, während jüdische Siedlungen gebaut werden.  Mit freundlichen Grüßen, Karin Nebauer

An: hoererservice(Ersetze diesen Einschub durch das Email-Zeichen.)dradio.de