Vortragsreise von Saeed Amireh aus Ni’lin, Palästina, im Herbst 2015

Saeed Amireh ist 24 Jahre alt und lebt in in dem Dorf Ni’lin, das in Palästina in der Nähe von Ramallah liegt. Sein Vater Ibrahim wurde für zwei Jahren verhaftet als Saeed Teenager war. Ibrahims Verbrechen? Seine führende Rolle im Volkskomitee Ni‘lins, das gewaltfreien Widerstand gegen die Mauer in Palästina organisiert. Von diesem Zeitpunkt an spielte Saeed auch eine führende Rolle im gewaltfreien Widerstand.

In November und Dezember tritt Saeed Amireh bei verschiedenen Veranstaltungen in Deutschland und Prag auf und wird über eines der folgenden vier Themen reden (von der Organisator*innen der lokalen Veranstaltungen ausgewählt):

Was tun angesichts zunehmender israelischer Gewalt und Vertreibung in der Westbank?

Während der Mittlere Osten in Flammen steht und Konflikte, Revolutionen und Gegenrevolutionen in Syrien, Jemen und dem Irak die Medien dominieren, ging Israel weitestgehend unbeachtet mit einer neuen Welle der Gewalt gegen die palästinensische Zivilbevölkerung vor. In der zurückliegenden Periode erlebten die Menschen eine Zunahme der israelischen Unterdrückung durch Hauszerstörungen, Vertreibungen und Zwangsumsiedlungen bei gleichzeitig wachsendem illegalem israelischen Siedlungsbau. Gewaltsame Übergriffe extremistischer Siedlergruppen, die Häuser und Dörfer angreifen, haben in sehr kurzer Zeit enorm zugenommen. Auf der anderen Seite erleben wir Auseinandersetzungen um Macht innerhalb der politischen Führung der Palästinensischen Autonomiebehörde sowie mit anderen politischen Parteien, die jedoch keine politische Vision für die Zukunft eines selbstbestimmten Palästinas vorweisen können. All dies führt zu zunehmender Verzweiflung der palästinensischen Zivilbevölkerung und zeigt sich insbesondere in wütender Racheakten einzelner palästinensischer Jugendlicher in der Westbank, die Soldaten mit Messern oder Siedler mit Autos attackierten. Hier wird Saeed Amireh über die Rolle der Volkskomitees berichten, der Vertretungen des zivilen Widerstand in den palästinensischen Dörfern. Er spricht über deren Rolle im gegenwärtigen kritischen Zustand und will zu einem besseren Verständnis der Auswirkungen auf das Alltagsleben der palästinensischen Bevölkerung beitragen.

Zwischen dem Hammer der israelischen Besatzung und dem Amboss der Palästinensischen Autonomiebehörde

Thema sind die zivile Widerstandsbewegung gegen die israelische Besatzung, die in den Dörfern entstanden ist, und die Rolle der sie vertretenden Volkskomitees. Insbesondere wird die Beziehung zu der Palästinensischen Autonomiebehörde und die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert ist, beleuchtet.

Gewaltfreier Widerstand in Palästina gegen die israelische Besatzung

Die israelische Mauer verläuft weitgehend durch palästinensisches Gebiet. Der Staat Israel hat rund um das Dorf Ni’lin auf ihrem Land fünf Siedlungen mit ca. 50.000 israelischen Siedlern gebaut und drei Viertel des palästinensischen Bodens enteignet.

Seit 2004 demonstrieren die Bewohner*innen Ni’lins jeden Freitag gewaltfrei gegen Mauerbau, Enteignung und Unterdrückung.

Saeed Amireh berichtet über das Leben in den von Israel besetzen Gebieten, seine Erfahrungen mit dem gewaltfreien Widerstand und über die Situation der palästinensischen politischen Gefangenen in israelischer Haft. Auch er selbst sowie sein Vater waren in Israel im Gefängnis.

Die jüngsten Entwicklungen in Palästina und die Rolle der Widerstandsbewegung und der Solidaritätsbewegung

Hier wird Saeed Amireh insbesondere die Frage diskutieren, wie die Widerstandsbewegung und die Solidaritätsbewegung gestärkt werden können. Gefragt wird wohin sich die Widerstandsbewegung nach zehn Jahren Bestand entwickeln kann und sollte und was sie braucht.

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Information ueber die einzelnen Veranstaltungen sowie weitere Informationen ueber Saeed sind hier zu finden: >>>