Die Not der Kinder von Gaza ist riesig

Die Not der Kinder von Gaza ist riesig. Wir warten daher nicht mehr auf die Politik. Wir bauen den Kindern (auch mit dem Geld meines neuen Buches) einen großen bunten Spielplatz und einen richtigen Fußballplatz. Um sie für ein paar Stunden aus ihrem Alltag rauszuholen. Und um ein Lächeln in ihre Augen zu zaubern. Vielleicht zerstören Leute wie Netanjahu eines Tages wieder alles, was unsere „Stiftung Sternenstaub“ jetzt aufbaut. Wir bauen wir es dann eben wieder auf.

Liebe Freunde, ich weiß, Spielplätze können die versprochene internationale Hilfe zum Wiederaufbau Gazas nicht ersetzen. Der Führung der UNO und jenen Spitzenpolitikern der Welt, denen die Not der Menschen von Gaza egal ist, sage ich daher: Ihr seid Feiglinge. Daran, dass Ihr Euch wegen Palästina nicht mit der mächtigen israelischen Regierung anlegen wollt, hat die Welt sich gewöhnt. Aber, dass Ihr euch nicht traut, ohne den Segen Israels die versprochene Wiederaufbau-Hilfe nach Gaza zu schicken, dafür sollte man Euch in die Tonne treten.

STATT HILFE FÜR GAZA EIN U-BOOT FÜR ISRAEL – Zur selben Zeit genehmigt die deutsche Bundesregierung die Lieferung eines fünften atomwaffenfähigen U-Boots nach Israel. Zu einem Drittel mit unseren Steuergeldern finanziert. Gaza stirbt, weil die versprochene internationale Aufbau-Hilfe ausbleibt, aber Israel erhält ein weiteres U-Boot für seine nuklearen Streitkräfte! Kann mir jemand die moralische Basis dieser Entscheidungen erklären?

Über die Schande von Gaza werde ich solange schreiben, bis alle Palästinenser genauso gut wie Israelis behandelt werden. Als freie Menschen, nicht als Ghetto-Häftlinge. Ich bin gerne Deutscher. Aber wenn ich an den Nahen Osten denke – an Gaza, an das Westjordanland und an das palästinensische Flüchtlingslager Jarmouk, das ich oft besucht habe – dann bin ich Palästinenser. Jeden Tag etwas mehr. Euer Jürgen Todenhöfer

Quelle: Webseite von Jürgen Todenhöfer