Acht Mal so viele palästinensische Gefangene sind 2014 durch den Geheimdienst Shin Bet gefoltert worden

Am vergangenen Freitag (6.3.) berichtete die israelisches Tageszeitung Ha’aretz über Folter an palästinensischen Gefangenen in israelischen Gefängnissen und zitiert das Komitee gegen Folter in den besetzten Gebieten mit 51 Fällen von Folter durch den Shin Bet im zweiten Halbjahr 2014 verglichen mit 8 Fällen im ersten Halbjahr.
Der Bericht zeigt den üblichen Gebrauch verschiedener Foltermethoden wie Schlafentzug, Schläge, Festbinden des Gefangenen an einen Stuhl  in schmerzhaften Positionen über längere Zeit.
Ha’aretz wies darauf hin, dass der Shin Bet in einigen Fällen von Folter die Verdächtigen gezwungen habe falsche Geständnisse abzugeben und Vergehen zu gestehen,die sie nie begangen haben.
Das Komitee gegen Folter schätzt, dass die Mehrheit der verhörten Palästinenser mindestens eine Art der Folter durchgemacht haben.
Angesichts einer wachsenden Welle von Kritik durch Menschenrechtsorganisationen verbot das israelische (Oberste) Gericht 1999 die systematische Anwendung von Folter, allerdings mit der Ausnahme in Fällen von „dringender Notwendigkeit“, womit es die weitere Anwendung von Folter praktisch genehmigte.
Wie das Komitee für Angelegenheiten der palästinensischen Gefangenen am Mittwoch berichtete, befinden sich zur Zeit mindestens 6.500 Palästinenser unter unmenschlichen Bedingungen in 22 israelischen Gefängnissen (B’Tselem gibt niedrigere Zahlen an, der Übersetzer).  20 von ihnen seien Frauen, 230 Minderjährige; mehr als 1.000 sind krank, etwa 180 schwer krank und würden ständige ärztliche Betreuung benötigen. […]

(Die Zahl der Administrativhäftlinge hat sich laut B’Tselem im 2. Halbjahr 2014 verglichen zum 1. Halbjahr mehr als verdoppelt; Ü.)   – >>>   – Übersetzung aus dem Spanischen: K. Nebauer