Erzbischof Tutu: „Der Westen beging den Holocaust, aber die Palästinenser zahlen den historischen Preis dafür“

Erzbischof Tutu: „Der Westen beging den Holocaust, aber die Palästinenser zahlen den historischen Preis dafür.“In einem Interview mit der palästinensischen Botschaft in Südafrika und der palästinensischen Delegation, die an der„Woche der israelischen Apartheid“ teilnimmt, sagte Erzbischof Desmond Tutu: „Der Westen beging den Holocaust gegen die Juden in Europa, jedoch die Palästinenser bezahlen immer noch einen historischen Preis dafür.

Tutu, eine ranghohe religiöse, intellektuelle und soziale Persönlichkeit, der im Jahre 1984 den Friedensnobelpreis erhielt, sagte, die Palästinenser sollten nicht den Preis für etwas zahlen, was der Westen den Juden in Europa angetan hat.

In einem Treffen mit der palästinensischen Botschaft in Südafrika und der palästinensischen Medien-Delegation, die an der „Woche der israelischen Apartheid teilnimmt, sagte Tutu: „Wir unterstützen Israels Existenzrecht, aber zugleich verurteilen wir die israelischen Verstöße (gegen internationales Recht), seine Weigerung, die legitimen palästinensischen Rechte anzuerkennen und seine wiederholten Kriege gegen die Palästinenser, wobei unschuldige Bürger am Ende einen hohen Preis zahlen.“

Erzbischof Tutu verurteilte auch Israels Starrsinn, die Palästinenser zu zwingen, es als einen jüdischen Staat anzuerkennen. Er kritisierte auch scharf Versuche, den Islam und alle Muslime für Terrorgruppen, wie zum Beispiel Al Kaida und die ISIS verantwortlich zu machen, und sagte, solche Parallelen unterschieden sich nicht von dem Versuch, alle Christen für die Verbrechen, die der Ku-Klux-Klan begangen habe, verantwortlich zu machen.

“Diejenigen, die das Apartheidsregime in Südafrika gründeten und aufrechthielten, waren keine Muslime“, fügte er hinzu. “Die derzeitige Situation fordert von uns, mehr zu vertrauen, weiser zu sein – wir müssen mit dem palästinensischen Volk vollkommen solidarisch sein und seinen legitimen Kampf für Freiheit und Unabhängigkeit unterstützen.“

Der Medienoffizier der palästinensischen Botschaft, Tamer al-Masry, überreichte dem Erzbischof ein Geschenk im Namen des palästinensischen Volkes, dankte ihm für seine Unterstützung, wünschte ihm alles Gute und außerdem, dass er bald Bethlehem besuchen könne.

Die „Woche der israelischen Apartheid“ begann am 2. März und geht bis zum 8. März, in über 25o Städten in der ganzen Welt, in über 20 südafrikanischen Campus und 45 südafrikanischen Städten und Gemeinden. Die „Woche der israelischen Apartheid“ (IAW) ist eine Serie von Aktionen (darunter Demonstrationen, Protestaktionen, Vorträge, kulturelle Veranstaltungen, Konzerte, Filme und Workshops), die in mehr als 250 Städten, Gemeinden und Campus auf dem gesamten Globus stattfinden. In Südafrka wurde es von über 75 Organisationen, Gewerkschaften, politischen Parteien und anderen Gruppen befürwortet.

Das Ziel der IAW ist, die Menschen gegen Israels Apartheidpolitik gegenüber den palästinensischen Einwohnern zu sensibilisieren  und dient dazu, Unterstützung für den gewaltlosen BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) gegen Israels Maßnahmen zu gewinnen, der versucht, Israels Apartheidspolitik und dessen Verstößen gegen das internationale Recht  ein Ende zu bereiten. >>>   – Aus dem Englischen übersetzt von Inga Gelsdorf

Eine zweite Übersetzung: Erzbischof Tutu: Der Westen beging den Holocaust, Palӓstinenser bezahlen den Preis In einem Interview mit der palӓstinensischen Botschaft in Südafrika und der palӓstinensischen Delegation, die an der Israeli Apartheid Week in Südafrika teilnehmen, sagte Erzbischof Desmond Tutu, dass “der Westen den Holocaust gegen die Juden in Europa beging, wӓhrend die Palӓstinenser immer noch einen historischen Preis dafür bezahlen.” Der Friedensnobelpreistrӓger sagte weiter: “ Wir unterstützen Israels Existenzrecht, verurteilen aber gleichzeitig die fortgesetzten israelischen Verstӧsse, die Weigerung der Anerkennung der legitimen palӓstinensischen Rechte und die wiederholten Kriege gegen die Palӓstinenser, bei denen unschuldige Zivilisten einen hohen Preis bezahlen.”

Erzbischof Tutu verurteilte auch, dass Israel an seiner Forderung festhӓlt, dass die Palӓstinenser Israel als jüdischen Staat anerkennen, wies die Versuche zurück, den Islam und alle Moslems für terroristische Gruppen wie Al Qaida und ISIS verantortlich zu machen und sagte, dass solche Parallelen sich nicht von Versuchen unterschieden, alle Christen für die Verbrechen des Klu Klux Klans verantwortlich zu machen.

Er fügte hinzu: “Die Leute, die das Apartheidregime in Südafrika eingerichtet und aufrechterhalten haben, waren keine Moslems. Die derzeitige Situation fordert von uns, dass wir mehr Glauben haben, dass wir mehr Weisheit zeigen – wir müssen unsere volle Solidaritӓt mit dem palӓstinensischen Volk zeigen, den legitimen Kampf für Freiheit und Unabhӓngigkeit unterstützen. Tamer al-Masry von der palӓstinensischen Botschaft übergab dem Erzbischof ein Geschenk im Namen der Palӓstinenser, dankte ihm für seine Unterstützung und sprach die Hoffnung aus, dass er bald wieder Bethlehem besuchen werde.

Israels Apartheidwoche [Israeli Apartheid Week – IAW] began Ende Februar und wird in mehr als 250 Stӓdten weltweit organisiert. In Südafrika werden vom 2. bis zum 8. Mӓrz in mehr als 20 Universitӓten und 45 Stӓdten Vortrӓge und Veranstaltungen zur IAW stattfinden. Mehr als 75 südafrikanische Organisationen, Gewerkschaften und Parteien unterstützen die Israeli Apartheid Week.

Die IAW wurde 2005 zum ersten Mal in Toronto, Kanada organisiert, um Israels Apartheidmassnahmen gegen die indigene palӓstinensische Bevӧlkerung offenzulegen und um Unterstützung für die BDS Bewegung zu gewinnen. Die BDS [Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen] Bewegung will Israels Apartheidpolitik und die fortgesetzten Verletzungen des internationalen Rechtes durch weltweiten Druck auf Israel beenden.

Archbishop Tutu: The West Committed The Holocaust While Palestinians Pay Historic Price”, 5. Mӓrz 2015;
>>>

Ubersetzt und Zusammengefasst von M. Lauer