Neuss: VHS-Reihe-Nahost wird fortgesetzt

stadt-neussDer Kulturausschuss der Stadt Neuss hat in seiner gestrigen Sitzung einstimmig beschlossen die vom Bürgermeister am 26. Januar abgesetzte „Nahost“-Reihe der VHS Neuss fortzusetzen. Die vorgesehenen Referenten sind bereits angefragt worden ob sie an den vorgesehenen Terminen weiterhin zur Verfügung stehen.

Auch der „Maulkorb“-Vorschlag der Verwaltung (er stammte in der Idee ebenfalls vom Bürgermeister), zukünftig keine Themen mehr ins VH-Programm zu nehmen „welche aktuellste, politisch äußerst brisante Themen“ betreffen wurde ebenso einstimmig abgelehnt. Ich füge den Wortlaut der beiden Beschlüsse bei.

Insgesamt war die Stimmung im Ausschuss einheitlich: Das was bisher an politischem Bildungsprogramm durch die VHS Neuss angeboten wurde war gut, soll so auch in Zukunft fortgesetzt werden. Der VHS-Leiter wurde hierbei ausdrücklich von allen Fraktionen für seine bisherige Programmauswahl gelobt. Der Ausschuss möchte auch in Zukunft kein „Kontrollorgan“ sein, welches die vorgesehenen Programme „genehmigt“.

Das es zunächst bezüglich zu der von der Verwaltung vorgeschlagenen Streichung der geplanten vier Veranstaltungen zum Themenbereich Türkei/Armenien zu keiner Entscheidung kam und hier erst eine Interfraktionelle Arbeitsgruppe in den nächsten Wochen eine für den Ausschuss bindende Entscheidung treffen soll, halte ich für akzeptabel. Der CDU wurde so die Möglichkeit gegeben, „Ihrem“ Bürgermeister eine „vollständige“ öffentliche Niederlage zu ersparen. Ich bin – vor dem Hintergrund der gesamten Stimmung im Ausschuss – ziemlich sicher, dass auch diese Veranstaltungen durchgeführt werden.

Was die – schon verschiedentlich stark kritisierte- Rücksprache der Verwaltung für „ergänzende“ Veranstaltungen der Nahost-Reihe bei Herrn Szentei-Heise  angeht, teile ich die Auffassung, dass es keinen Grund gibt die jüdische Gemeinde (oder andere Religionsgemeinschaften) zu fragen. Ich habe und werde dies hier in Neuss auch weiterhin vertreten, dass grundsätzlich für die Planung des politischen VHS-Programmes nicht religiöse Gruppierungen einbezogen werden sollen. So hat meine öffentliche Kritik schon dazu geführt das im Beschlusstext nicht mehr  der Begriff „jüdische Gemeinde“ auftaucht. Ich denke das sollte vor dem Hintergrund der tatsächlichen Vorkommnisse hier in Neuss „zähneknirschend“ akzeptiert werden, denn:

Die VHS-Reihe Nahost wird fortgesetzt, sie wird in der Neusser Bevölkerung um ein vielfaches mehr Beachtung finden als noch im Januar erhofft werden konnte, und dass -so meine ich- zählt vor allem anderen.

Ich will die Gelegenheit nutzen allen denen, die sich in den letzten vier Wochen mit unterstützenden Texten in das  „Neusser-Verfahren- eingeschaltet haben, recht herzlichst zu danken. Euch allen wünsche ich friedliche Zeiten –  Marius Stark

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