UN-Agentur für die palästinensischen Flüchtlinge: Hilfe für besonders notleidende Familien eingestellt

Hilfe für GazaDie UNRWA – die UN-Agentur für die palästinensischen Flüchtlinge – hat die wirtschaftliche Hilfe für Familien, die von der Blockade des Gazastreifens besonders betroffen, eingestellt, da die Geberländer ihre Hilfsversprechen nicht realisiert haben. „Es ist nicht klar, warum das Geld nicht überwiesen wurde“, sagte Robert Turner, Direktor der UNRWA in einem Kommuniqué, in dem er erklärt, dass sofort 100 Millionen Dollar benötigt werden, um mit dem Hilfsplan fortzufahren, der im vergangenen Oktober in Kairo entworfen worden war. Bei diesem von Norwegen und Ägypten organisierten Treffen hatten die Geberländer gemeinsam 5.400 Millionen Dollar für den Wiederaufbau nach der israelischen Offensive „Protective Edge“ (im vergangenen Sommer) angeboten. Ein Teil des Problems, die Hilfe zu aktivieren, wurzelt in der Forderung der Regierungen bestimmter Geberländer, dass das Geld nicht in die Hände der Hamas falle. Turner erinnert daran, dass von den versprochenen 5.400 Millionen „virtuell nichts“ in Gaza angekommen ist, was „beunruhigend und nicht akzeptabel“ ist. „Die Leute sind verzweifelt, und die internationale Gemeinschaft kann nicht das Mindeste anbieten – zum Beispiel ein repariertes Haus im Winter – , nicht zu sprechen von der Aufhebung der (israelischen) Blockade, dem Zugang zu Märkten und freier Bewegung“, klagt er. Der Beamte der UNO hat auch gewarnt, dass die „Ruhe“ in dem Gebiet von dieser Hilfe abhängt, und dass sie „nicht andauern wird „, wenn die derzeitige Situation anhält.  „Wir sprechen von tausenden Familien, die in ungeeigneten Unterkünften unter diesem kalten Winter leiden. Die Leute schlafen buchstäblich zwischen den Trümmern, Kinder sind an Unterkühlung gestorben“, machen die Vereinten Nationen auf die tragische Situation aufmerksam. Während der letzten Kältewelle Anfang Januar, einer der härtesten in den letzten Jahrzehnten, sind mindestens vier Babys in Gaza erfroren, ganze Ortsteile sind wegen der Zerstörung der Infrastruktur von Regen überschwemmt worden.

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Hintergrund: Zwei Drittel der Einwohner Gazas sind Flüchtlinge oder Nachkommen von Flüchtlingen. Sie wurden während der Nakba 1947/1948 von jüdischen Milizen oder israelischen Soldaten aus ihrer Heimat, dem heutigen Israel, vertrieben. Für diese Flüchtlinge, die zum großen Teil in Flüchtlingslagern leben – wie auch für palästinensische Flüchtlinge in der Westbank sowie in Libanon und in Syrien – ist die UN-Agentur UNRWA zuständig.

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